Wissenschaftlicher Hintergrund
Jeder Test auf Empiralis basiert auf frei verfügbaren, in der Forschung veröffentlichten Fragebögen. Wir dokumentieren zu jedem Test die Originalquelle, den Lizenzstatus und was Studien über Aussagekraft und Grenzen des Verfahrens sagen.
Was bedeutet „wissenschaftlich fundiert“?
Psychologische Fragebögen werden nach anerkannten testtheoretischen Kriterien entwickelt und geprüft: Reliabilität (Messgenauigkeit), Validität (Misst der Test wirklich das, was er zu messen vorgibt?) und Normierung (Vergleichbarkeit mit einer Referenzstichprobe). Ein Selbsttest im Internet kann diese Gütekriterien nur eingeschränkt erfüllen, da z. B. die Durchführungsbedingungen nicht standardisiert sind. Unsere Tests eignen sich daher zur Selbstreflexion, nicht zur Diagnostik.
Artikel
Die Methodik hinter den Tests, verständlich erklärt – was einen validierten Fragebogen von einem beliebigen Internet-Quiz unterscheidet.
Was einen wissenschaftlichen Test wirklich ausmacht
Zwischen einem sorgfältig entwickelten Fragebogen und einem beliebigen Internet-Quiz liegen oft jahrelange Forschungsarbeit und tausende Proband:innen. Ein Blick hinter die Kulissen – mit einfachen Worten und echten Beispielen.
Wie zuverlässig sind Online-Persönlichkeitstests wirklich?
Zwischen seriösen, jahrzehntelang erforschten Fragebögen und reinen Unterhaltungsquiz liegen Welten. Woran erkennst du den Unterschied?
Reliabilität und Validität einfach erklärt
Zwei Begriffe entscheiden darüber, ob ein psychologischer Test etwas taugt. Was sie bedeuten – erklärt an einer Personenwaage statt an Formeln.
Wann ist ein Screening-Ergebnis ein Grund, professionelle Hilfe zu suchen?
Ein auffälliges Testergebnis ist kein Urteil – aber auch kein Zufall, den man ignorieren sollte. Eine Orientierung, ohne Angst zu machen.
Persönlichkeitstest vs. klinisches Screening – was ist der Unterschied?
Beide bestehen aus Fragen mit Antwortskalen – aber sie messen grundlegend verschiedene Dinge und haben unterschiedliche Konsequenzen für dich.
Ratgeber
Zu ausgewählten Themen: Hintergrundwissen, konkrete Handlungstipps sowie eine druckbare Checkliste und Notiztabelle.
Depression: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Was eine Depression ausmacht, was wissenschaftlich nachweislich hilft, und wo du Unterstützung findest.
Angst & Angststörungen: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Wo normale Sorge aufhört und eine behandlungsbedürftige Angststörung beginnt – und was nachweislich hilft.
Alkohol & Substanzkonsum: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Zwischen risikoarmem Konsum, riskantem Konsum und Abhängigkeit – wo liegen die Grenzen, und was hilft früh gegenzusteuern?
Essverhalten & Essstörungen: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Wann Sorgen ums Essen mehr sind als eine Phase – und warum frühes Ansprechen den größten Unterschied macht.
ADHS bei Erwachsenen: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Warum ADHS bei Erwachsenen oft spät erkannt wird – und was im Alltag konkret entlastet.
Autismus-Spektrum bei Erwachsenen: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Warum autistische Merkmale bei Erwachsenen – besonders bei guter Kaschierung – oft erst spät erkannt werden.
Bindungsstil & Beziehung: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Wie Bindungsmuster entstehen, warum sie kein festes Schicksal sind, und was ihre Veränderung unterstützt.
Einsamkeit: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Warum Einsamkeit ein Gefühl ist, keine Tatsache – und was nachweislich hilft, wieder Verbundenheit zu erleben.
Selbstwert stärken: Informationen & Handlungstipps
Was Selbstwert ausmacht, und warum er sich – anders als oft gedacht – trainieren lässt.
Wohlbefinden & Lebenszufriedenheit: Informationen & Handlungstipps
Was die Forschung zu psychischem Wohlbefinden zeigt – und was sich davon leicht in den Alltag holen lässt.
Selbstmitgefühl üben: Informationen & Handlungstipps
Was Selbstmitgefühl wirklich bedeutet – und warum es das Gegenteil von Selbstmitleid oder Nachlässigkeit ist.
Burnout: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Mehr als Erschöpfung nach einem harten Tag – und warum frühes Gegensteuern den Unterschied macht.
Elternstress & Familienfunktion: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Elternsein bedeutet Freude und Belastung zugleich – warum frühe Entlastung beiden hilft, Eltern wie Kindern.
Kindliche Entwicklung & Verhalten: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Wenn Eltern sich Sorgen um ihr Kind machen: Wie man Beobachtungen einordnet und den richtigen ersten Schritt geht.
Mediennutzung & Bildschirmzeit: Informationen, Handlungstipps & Hilfe
Warum die Art der Mediennutzung mehr über das Wohlbefinden deines Kindes aussagt als die reine Bildschirmzeit – und was nachweislich hilft.
Wissenschaftlicher Hintergrund je Test
Big Five
Dieser Test basiert auf dem International Personality Item Pool (IPIP), einer frei verfügbaren Sammlung von Persönlichkeits-Items, die als öffentlich zugängliche Alternative zu kommerziellen Fragebögen wie dem NEO-PI-R entwickelt wurde. Die hier verwendeten 50 Items entsprechen der bekannten IPIP-Repräsentation der fünf Faktoren nach Costa & McCrae (Goldberg, 1992). Die deutsche Fassung ist eine eigene, nicht klinisch validierte Übersetzung der englischen Originalitems und dient der Selbstreflexion, nicht der diagnostischen Einordnung. Studien zum Fünf-Faktoren-Modell zeigen international robuste Replikation der Faktorstruktur sowie gute Retest-Reliabilität über Zeiträume von mehreren Jahren.
Dark Tetrad (SD4)
Paulhus und Williams prägten 2002 den Begriff „Dark Triad“ für drei sozial unbeliebte, aber überlappende Persönlichkeitseigenschaften – Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie –, die sich als eigenständige, aber verwandte Konstrukte erwiesen. Buckels, Jones und Paulhus (2013) zeigten, dass Alltagssadismus (Freude an der Grausamkeit gegenüber anderen) eine vierte, empirisch trennbare Facette darstellt – seither spricht man von der „Dark Tetrad“. 2020 veröffentlichten Paulhus, Buckels, Trapnell und Jones im European Journal of Psychological Assessment den SD4 (Short Dark Tetrad) als kompakte, 28 Items umfassende Kurzversion, die alle vier Eigenschaften mit guter interner Konsistenz erfasst (Cronbachs Alpha zwischen .76 und .81) und die vorherige, nur drei Eigenschaften abdeckende Kurzskala SD3 desselben Autorenteams ablöst. Wichtig: Diese Eigenschaften werden als normalverteilte Persönlichkeitsmerkmale in der Allgemeinbevölkerung verstanden ("subklinisch") – sie sind konzeptionell etwas anderes als die klinischen Diagnosen Narzisstische oder Antisoziale Persönlichkeitsstörung oder klinische Psychopathie (die z. B. über die klinikergestützte PCL-R erfasst wird). Die hier verwendeten Bandbreiten orientieren sich an den im Originalverfahren berichteten Item-Mittelwerten und Standardabweichungen einer Stichprobe von 637 Studierenden der University of Winnipeg und dienen nur als grobe Orientierung, nicht als klinische Normwerte.
PHQ-9
Der PHQ-9 wurde von Spitzer, Kroenke und Williams (1999) auf Basis der DSM-IV-Kriterien für die Major Depression entwickelt und ist eines der am besten untersuchten Screening-Instrumente der klinischen Psychologie und Allgemeinmedizin. Zahlreiche Studien belegen gute interne Konsistenz (Cronbachs Alpha meist über .85) sowie gute Sensitivität und Spezifität zur Erkennung depressiver Störungen. Die deutsche Fassung (PHQ-D) wurde von Löwe, Spitzer, Zipfel & Herzog validiert. Der PHQ-9 ist ein Screening- und Verlaufsinstrument, keine eigenständige Diagnosestellung – diese erfordert immer ein klinisches Gespräch.
GAD-7
Der GAD-7 wurde von Spitzer, Kroenke, Williams und Löwe (2006) entwickelt und ist – neben dem PHQ-9 – eines der am besten untersuchten und am häufigsten eingesetzten Screening-Instrumente der klinischen Psychologie. Studien zeigen gute interne Konsistenz (Cronbachs Alpha meist über .89) sowie gute Sensitivität und Spezifität nicht nur für generalisierte Angststörungen, sondern auch als allgemeiner Indikator für Panikstörung, soziale Phobie und posttraumatische Belastungsstörung. Die deutsche Fassung ist Teil des validierten Gesundheitsfragebogens für Patienten (PHQ-D). Der GAD-7 ist ein Screening- und Verlaufsinstrument, keine eigenständige Diagnosestellung.
Selbstwert
Die Skala wurde 1965 von dem Soziologen Morris Rosenberg entwickelt und ist bis heute das am häufigsten verwendete Instrument zur Erfassung des globalen Selbstwertgefühls in der psychologischen Forschung. Zahlreiche Studien in unterschiedlichsten Ländern und Sprachen belegen eine sehr gute interne Konsistenz (Cronbachs Alpha meist über .85) sowie stabile Retest-Reliabilität. Die Skala misst bewusst ein eindimensionales, globales Selbstwertgefühl und keine einzelnen Facetten wie Kompetenzerleben oder Körperbild.
Einsamkeit
Die UCLA Loneliness Scale wurde ursprünglich 1978 von Russell, Peplau und Ferguson entwickelt und 1996 von Daniel Russell in der hier verwendeten dritten Version überarbeitet. Sie ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Forschungsinstrument zur Messung subjektiver Einsamkeit und zeigt in zahlreichen Studien eine sehr gute interne Konsistenz (Cronbachs Alpha meist über .90). Wichtig: Die Skala misst das subjektive Gefühl von Einsamkeit, nicht die objektive Anzahl sozialer Kontakte – man kann sich in Gesellschaft einsam fühlen und allein sein, ohne sich einsam zu fühlen. Die hier verwendeten Bandbreiten basieren auf den in der Originalstudie (Russell, 1996, Tabelle 2) berichteten Referenzwerten zweier Erwachsenenstichproben mit dem vollständigen 20-Item-Bogen (Studierende, N=487, M=40,08, SD=9,50; Krankenpflegepersonal, N=305, M=40,14, SD=9,52): Der Bereich "durchschnittlich" entspricht ungefähr einer Standardabweichung um diesen gepoolten Mittelwert (M≈40,1, SD≈9,5).
WHO-5
Der WHO-5 wurde 1998 vom WHO Regionalbüro für Europa eingeführt und ist mit über tausend Validierungsstudien in mehr als 30 Sprachen eines der am besten untersuchten Kurzinstrumente zum psychischen Wohlbefinden. Er wird u. a. in der hausärztlichen Versorgung als erster Schritt eines zweistufigen Screenings auf Depression eingesetzt: Werte von 50 % oder darunter gelten als Hinweis auf reduziertes Wohlbefinden und rechtfertigen laut gängiger klinischer Praxis eine weitere Abklärung auf depressive Symptome. Seit 2024 hält die WHO selbst das Copyright am WHO-5 und stellt ihn ausdrücklich weltweit kostenfrei zur Verfügung.
Bindungsstil
Der ECR-R wurde 2000 von Fraley, Waller und Brennan auf Basis der Item-Response-Theorie aus dem ursprünglichen ECR von Brennan, Clark und Shaver (1998) entwickelt und gilt als eines der psychometrisch robustesten Instrumente der Bindungsforschung. Die Kombination aus niedriger Bindungsangst und niedriger Bindungsvermeidung wird in der Forschung als „sicherer Bindungsstil“ bezeichnet; hohe Werte auf einer oder beiden Dimensionen entsprechen unsicher-ängstlichen, unsicher-vermeidenden bzw. ängstlich-vermeidenden Bindungsmustern. Die deutschen Formulierungen hier sind eine eigene, nicht klinisch validierte Übersetzung der englischen Originalitems; eine gesondert validierte deutsche Kurzform (ECR-RD) wurde von Ehrenthal und Kolleg:innen veröffentlicht.
Selbstmitgefühl
Die Self-Compassion Scale wurde 2003 von Kristin Neff (University of Texas at Austin) entwickelt und ist das weltweit meistgenutzte Instrument der Selbstmitgefühl-Forschung. Selbstmitgefühl umfasst drei sich ergänzende Gegensatzpaare: selbstbezogene Freundlichkeit statt Selbstverurteilung, das Erleben verbindender Humanität statt Isolation, sowie Achtsamkeit statt Überidentifizierung mit negativen Gefühlen. Studien zeigen durchgehend gute interne Konsistenz der sechs Subskalen sowie robuste Zusammenhänge mit geringerer Depressivität und Ängstlichkeit und höherem Wohlbefinden. Die hier verwendeten Bandbreiten wurden aus den in der Originalstudie (Neff, 2003, Tabelle 4) berichteten Mittelwerten/Standardabweichungen der Gesamtstichprobe (N=391 US-amerikanische Studierende) abgeleitet: Selbstfreundlichkeit M=3,05/SD=0,75, Selbstverurteilung M=3,14/SD=0,79, Verbindende Humanität M=2,99/SD=0,79, Isolation M=3,01/SD=0,92, Achtsamkeit M=3,39/SD=0,76, Überidentifizierung M=3,05/SD=0,96 (jeweils auf der 5-stufigen Itemskala). Der Bereich "durchschnittlich" entspricht je Subskala ungefähr einer Standardabweichung um diesen Mittelwert. Da es sich um eine US-amerikanische Studierendenstichprobe und nicht um eine deutsche Normstichprobe handelt, sind die Bänder als Orientierung und nicht als klinische Normwerte zu verstehen.
Lebenszufriedenheit
Die Satisfaction With Life Scale wurde 1985 von Ed Diener und Kolleg:innen im Rahmen der Forschung zum subjektiven Wohlbefinden (Subjective Well-Being) entwickelt. Sie gilt als Standardinstrument zur Erfassung der globalen, kognitiv-evaluativen Lebenszufriedenheit und wird von der emotionalen Komponente des Wohlbefindens (positiver/negativer Affekt) abgegrenzt. Die Skala zeigt in zahlreichen Studien eine hohe interne Konsistenz und eine für ein Trait-Maß angemessene zeitliche Stabilität, bei gleichzeitiger Sensitivität für Veränderungen z. B. im Rahmen therapeutischer Interventionen.
AUDIT
Der AUDIT wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Rahmen einer internationalen Multi-Center-Studie entwickelt (Saunders et al., 1993) und ist heute das weltweit am häufigsten eingesetzte Screening-Instrument für riskanten Alkoholkonsum in der hausärztlichen Versorgung. Er deckt drei Bereiche ab: Trinkmenge und -häufigkeit (Fragen 1–3), Anzeichen einer Abhängigkeit (Fragen 4–6) sowie alkoholbedingte Probleme (Fragen 7–10). Zahlreiche internationale Validierungsstudien bestätigen gute Sensitivität und Spezifität zur Erkennung riskanten Konsums.
RAADS-R
Der RAADS-R wurde 2011 von Ritvo und Kolleg:innen als überarbeitete Fassung der ursprünglichen RAADS veröffentlicht und ist eines der am häufigsten in Forschung und Praxis eingesetzten Screening-Instrumente für autistische Merkmale bei Erwachsenen. Er ist in vier Bereiche gegliedert: soziale Bezogenheit, umschriebene Interessen, Sprache und Sensomotorik. Die Originalstudie schlug einen Gesamt-Schwellenwert von 65 Punkten vor, ab dem autistische Merkmale wahrscheinlich sind (Kontrollgruppe ohne Autismus: Mittelwert ca. 21 Punkte). Wichtig: Sowohl niedrigere als auch höhere Werte kommen bei autistischen wie nicht-autistischen Menschen vor – insbesondere ausgeprägtes „Masking“ (siehe CAT-Q) kann den Wert senken. Der Test kann daher niemals eine Diagnose ersetzen, sondern liefert lediglich Hinweise, die eine weitere fachliche Abklärung sinnvoll erscheinen lassen können.
ASRS (ADHS Erwachsene)
Der ASRS wurde 2005 von einer Arbeitsgruppe der WHO gemeinsam mit Ronald C. Kessler (Harvard Medical School) und Kolleg:innen entwickelt und ist eines der international am häufigsten eingesetzten Screening-Instrumente für Erwachsenen-ADHS. Die vollständige Version umfasst 18 Items; die hier verwendeten sechs Items („Teil A“) wurden in der Originalstudie als die statistisch aussagekräftigsten Items aus allen 18 identifiziert und sind als eigenständiger Kurz-Screener validiert. Wichtig: Der Fragebogen prüft aktuelle Symptome, ersetzt aber nicht den für eine ADHS-Diagnose notwendigen Nachweis, dass entsprechende Schwierigkeiten bereits in der Kindheit bestanden.
GAS-7 (Gaming)
Die Game Addiction Scale wurde 2009 von Lemmens, Valkenburg und Peter für Jugendliche entwickelt und orientiert sich an den klassischen Suchtkriterien (u. a. nach Griffiths): Salienz, Toleranzentwicklung, Stimmungsregulation, Rückfall, Entzugserscheinungen, Konflikte und negative Konsequenzen. Die hier verwendete deutsche Kurzfassung mit sieben Items wurde 2016 von Khazaal und Kolleg:innen an großen französisch- und deutschsprachigen Stichproben aus der Schweiz validiert und zeigte gute interne Konsistenz. Problematisches Spielverhalten ist seit 2019 als „Gaming Disorder“ auch in der ICD-11 der WHO als eigenständige Diagnose aufgeführt – diese erfordert dort allerdings eine deutliche Beeinträchtigung über mindestens 12 Monate und eine fachliche Diagnostik, die dieses kurze Screening nicht ersetzen kann.
PMUM-SF (Bildschirmmedien)
Der PMUM-SF (Kurzform der 27-Item Problematic Media Use Measure) wurde 2019 von Domoff und Kolleg:innen entwickelt und orientiert sich an den neun DSM-5-Kriterien für Internet-Gaming-Störung, angewendet auf Bildschirmmedien allgemein (nicht nur Gaming). Die deutsche Fassung wurde 2026 von Konrad, Domoff und Schneider (Ruhr-Universität Bochum) an 240 Eltern von 4- bis 16-jährigen Kindern validiert und zeigte sehr gute interne Konsistenz (Cronbachs Alpha = .889). Die Studie fand außerdem: Problematische Mediennutzung – nicht die reine Nutzungsdauer – sagte kindliche Verhaltensauffälligkeiten vorher, und war mit elterlichem Stress, elterlicher Bildschirmzeit und geringerem elterlichen Selbstvertrauen assoziiert. Die hier verwendeten Schwellenwerte stammen aus einer itemresponsetheoretischen Normierung (Woodman, Domoff et al., 2025).
CAT-Q (Masking)
Der CAT-Q wurde 2019 von Laura Hull und Kolleg:innen am University College London entwickelt, nachdem klinische Beobachtungen zeigten, dass viele autistische Menschen – insbesondere Frauen und spät diagnostizierte Erwachsene – ihre Merkmale so erfolgreich kaschieren, dass klassische Screening-Instrumente wie der AQ sie nicht zuverlässig erfassen. Camouflaging wird mit erhöhter psychischer Erschöpfung, Angst und Depression sowie einer verzögerten Diagnose in Verbindung gebracht. Der Fragebogen zeigt in Validierungsstudien gute interne Konsistenz für alle drei Subskalen und unterscheidet zuverlässig zwischen autistischen und nicht-autistischen Stichproben.
KINDL (Kinder 7–13)
Der KINDL wurde 1994 von Prof. Monika Bullinger entwickelt und 1998 von Prof. Ulrike Ravens-Sieberer und Bullinger zum KINDLR revidiert. Er ist eines der am besten etablierten deutschsprachigen Instrumente zur Erfassung gesundheitsbezogener Lebensqualität bei Kindern und Jugendlichen und wurde in zahlreichen nationalen und internationalen Studien eingesetzt, unter anderem in der bundesweiten KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts, die Normwerte für Deutschland liefert. Die sechsfaktorielle Struktur (Körper, Gefühl, Selbstwert, Familie, Freunde, Schule) wurde in zahlreichen Validierungsstudien bestätigt.
Familienfunktion
Der Family APGAR wurde 1978 vom Hausarzt Gabriel Smilkstein entwickelt, um Familienfunktion schnell in der hausärztlichen Praxis erfassen zu können – angelehnt an den bekannten APGAR-Score aus der Geburtsmedizin. Der Name ist ein Akronym für die fünf erfassten Bereiche: Adaptation (Anpassung/Unterstützung), Partnership (Partnerschaft/Kommunikation), Growth (Wachstum), Affection (Zuneigung) und Resolve (gemeinsame Zeit/Verbundenheit). Studien zeigen durchgehend hohe interne Konsistenz (Cronbachs Alpha .80–.90) und gute Retest-Reliabilität. Faktorenanalysen deuten darauf hin, dass die fünf Items eher eine einzelne, globale Dimension „Zufriedenheit mit der Familie“ abbilden als fünf getrennte Konstrukte.
PSC-17 (Eltern)
Der PSC-17 ist eine von Gardner und Kolleg:innen (1999) entwickelte Kurzform des ursprünglichen, 35 Items umfassenden Pediatric Symptom Checklist von Jellinek und Murphy (1988). In einer Vergleichsstudie mit dem deutlich längeren Child Behavior Checklist (CBCL) an 269 Kindern zeigte der PSC-17 eine vergleichbare Erkennungsgüte bei einem Bruchteil des Umfangs (Gardner et al., 2007). Die drei Subskalen korrelieren mit unterschiedlichen klinischen Bildern: Aufmerksamkeit mit ADHS, internalisierende Symptome mit Angst- und depressiven Störungen, externalisierende Symptome mit oppositionellem und aggressivem Verhalten. Wie jedes kurze Screening ersetzt der PSC-17 keine ausführliche Diagnostik – seine Sensitivität liegt je nach Störungsbild bei etwa 42–73 %.
CRAFFT
Der CRAFFT wurde vom Center for Adolescent Substance Abuse Research (CeASAR) am Boston Children's Hospital entwickelt und ist eines der am besten validierten Kurz-Screenings für riskanten Substanzkonsum im Jugendalter. In einer Re-Evaluation anhand von DSM-5-Kriterien (Mitchell et al., 2014) stieg der Anteil der Personen mit einer diagnostizierbaren Substanzgebrauchsstörung mit der Anzahl der „Ja“-Antworten deutlich an (von 32 % bei einer „Ja“-Antwort auf über 90 % bei vier oder mehr). Ein Wert von 2 oder mehr gilt als Hinweis auf ein ernstzunehmendes Problem, das eine weitere Abklärung nahelegt.
Vanderbilt (Eltern, ADHS)
Die Vanderbilt-Skalen wurden von Mark Wolraich und Kolleg:innen auf Basis der DSM-IV-Kriterien entwickelt und in einer großen Stichprobe überwiesener Kinder validiert (Wolraich et al., 2003). Sie gehören zu den am häufigsten in der pädiatrischen Primärversorgung der USA eingesetzten ADHS-Screening-Instrumenten.
Elterlicher Stress
Die Parental Stress Scale wurde 1995 von Berry und Jones als kürzere Alternative zum 101 Items umfassenden Parenting Stress Index entwickelt. Ihre Besonderheit: Sie erfasst nicht nur belastende, sondern bewusst auch positive, bereichernde Aspekte des Elternseins – beide Aspekte tragen zum Gesamtbild elterlichen Stresserlebens bei. Höhere Werte auf der Skala stehen in Studien im Zusammenhang mit geringerer elterlicher Feinfühligkeit, mehr kindlichen Verhaltensproblemen und einer geringeren Qualität der Eltern-Kind-Beziehung – die Skala wird u. a. eingesetzt, um Veränderungen durch Elternkurse oder Familienunterstützung sichtbar zu machen. Die hier verwendeten Bandbreiten orientieren sich an einer bevölkerungsbasierten norwegischen Stichprobe von 1.096 Eltern einjähriger Kinder (Nærde & Hukkelberg, 2020, PLOS ONE), die einen Mittelwert von 31,0 (SD=7,27) auf dem Rohwertbereich 18–90 berichtet: Der Bereich "durchschnittlich" entspricht ungefähr einer Standardabweichung um diesen Mittelwert.
Burnout (CBI)
Der CBI wurde 2005 von Kristensen, Borritz, Villadsen und Christensen als frei verfügbare Alternative zum kommerziellen Maslach Burnout Inventory entwickelt. Er zeigt gute interne Konsistenz (Cronbachs Alpha zwischen .85 und .91) und korreliert stark mit etablierten Burnout- und Erschöpfungsmaßen. Die Autor:innen betonen, dass Burnout kein stabiles Persönlichkeitsmerkmal ist, sondern sich über die Zeit deutlich verändern kann – eine wiederholte Durchführung kann daher sinnvoll sein, um Veränderungen sichtbar zu machen. Die persönliche Erschöpfungs-Subskala (Fragen 1–6) wird in der Forschung auch als Screening-Hinweis auf autistisches Burnout diskutiert. Die Autor:innen selbst veröffentlichten 2004 Normierungsdaten (Borritz & Kristensen, nfa.dk): Der einzige dort publizierte klinische Cutoff ist ein Wert von 50 oder mehr Punkten als "hoher Grad an Burnout" (in der Vergleichsstichprobe des PUMA-Projekts, N≈1.900 Beschäftigte in sozialen/pflegerischen Berufen, erreichten je nach Subskala 16–22 % diesen Wert). Die untere Grenze des Bereichs "durchschnittlich" wurde zusätzlich aus den dort berichteten Mittelwerten/Standardabweichungen abgeleitet: persönlicher Burnout anhand einer repräsentativen dänischen Bevölkerungsstichprobe (N=1.498, M=32,7, SD=15,7), arbeits- und klientenbezogener Burnout anhand der PUMA-Stichprobe (Arbeit: M=33,0, SD=17,7, N=1.910; Klient:innen: M=30,9, SD=17,6, N=1.752), da für diese beiden berufsbezogenen Subskalen keine Allgemeinbevölkerungsdaten existieren.
SCOFF
Der SCOFF wurde 1999 von Morgan, Reid und Lacey in einer britischen Hausarztpraxis-Stichprobe entwickelt und im British Medical Journal veröffentlicht. In der Originalstudie erkannte der Test mit zwei oder mehr „Ja“-Antworten etwa 85–100 % der Personen mit einer diagnostizierten Essstörung korrekt (Sensitivität), bei ebenfalls hoher Spezifität. Der SCOFF wurde seither in zahlreiche Sprachen übersetzt und international validiert. Als reines Kurz-Screening kann er falsch-positive und falsch-negative Ergebnisse liefern und ersetzt keine ausführliche Diagnostik.
Resilienz
Die Brief Resilience Scale wurde 2008 von Bruce W. Smith und Kolleg:innen im International Journal of Behavioral Medicine veröffentlicht. Die Autor:innen wollten damit eine Lücke schließen: Viele ältere Resilienz-Fragebögen erfassen eigentlich Ressourcen, die mit Resilienz in Verbindung stehen (z. B. soziale Unterstützung, Optimismus, Sinnerleben), statt der Erholungsfähigkeit selbst – dadurch lässt sich schwer unterscheiden, ob jemand resilient ist oder einfach über mehr Ressourcen verfügt. Die deutsche Fassung wurde 2018 von Chmitorz, Kunzler und Kolleg:innen an zwei großen Stichproben (u. a. einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe, n = 1.128) validiert und 2024 von Rösner und Kolleg:innen anhand aktueller Normdaten (n = 2.522, erhoben 2022) aktualisiert.